Die Künstlerfamilie Van Bredael    [Text als PDF (34KB) downloaden]

1706 schloss der Antwerpener Kunsthändler Jacobus de Wit einen Vertrag mit den Antwerpener Malern Jan Frans (1686-1750) und Joseph van Bredael (1688-1739), worin er beide verpflichtete, mehrere Jahre lang Kopien nach den Gemälden Brueghels und Wouwermans anzufertigen. Joseph van Bredael erhielt im ersten Jahr für jede Kopie 6 Gulden, im zweiten 8 und im dritten und vierten Jahr 10 und dazu 1 Schilling Trinkgeld. Nach Erfüllung seiner Pflicht sollte er noch einen blauen Tuchmantel erhalten. Sein Cousin Jan Frans erhielt ein marginal höheres Entgelt, war jedoch ebenso an den Kunsthändler als Auftraggeber gebunden. Da es keinesfalls im Interesse des Kunsthandels sein konnte, dass die Kopisten ihre Werke eigens signierten, ist es schwierig und bisweilen unlösbar, Kopien einem bestimmten Künstler zuzuschreiben. Hinsichtlich der Van Bredaels ist interessant, dass Pieter van Bredael (oder Breda, 1629-1719), der Stammvater der Künstlerfamilie und Großvater von Jan Frans und Joseph, ebenfalls nach Wouwerman kopiert zu haben scheint. In transkribierten Nachlassinventaren wird oft ein P. van Breda (Bredael) oder "oude breda" genannt, wohingegen seine Enkel nicht explizit angeführt werden. Diese wiederum waren lediglich in den Anfängen ihrer künstlerischen Entwicklung dem Kopieren zugetan, ihre eigenen Bildschöpfungen fanden später ebenfalls zahlreiche Liebhaber, auch wenn sie im Charakter durchaus Wouwerman und Brueghel verbunden blieben. Joseph van Bredael begab sich 1736 nach Paris, nachdem er das Erbe seines in Wien verstorbenen Bruders und Malerkollegen Jan Peeter angetreten hatte. In Paris trat er in den Dienst des Herzogs von Orléans und folgte in diesem Amt Carel van Falens nach.

Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz: Josef van Bredael. 1688-1739. Die Gemälde mit kritischem Œuvrekatalog, Lingen 2007

Kathrin Bürger: Rezension zu Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz: Josef van Bredael.1688-1739. Die Gemälde mit kritischem Œuvrekatalog, Lingen 2006. In: Kunstchronik, Heft 4, April 2009, S. 177-179.

Kathrin Bürger: Über Einfluss und Nachwirkung von Philips Wouwerman. In: Philips Wouwerman. 1619-1668. Ausstellungskatalog Museumslandschaft Hessen Kassel, Koninklijk Kabinet van Schilderijen Mauritshuis, Den Haag, München 2009, S. 42-53.


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