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Die große Zahl der Gemälde, die noch heute Wouwerman zugeschrieben werden lässt
annehmen, dass diese Praxis auch in dessen Werkstatt Anwendung fand. Über die
Organisation des Ateliers und die Beschäftigung von Schülern und Gehilfen kann
allerdings nur gemutmaßt werden. Sicherlich lernten die jüngeren Brüder Pieter
(1623-1682 Amsterdam) und Jan (1629-1666) angesichts der familiären Verbundenheit
und der stilistischen Nähe unter seiner Anleitung das Malerhandwerk, wenngleich
keine Quellen Auskunft darüber geben. Seit Houbraken wird von den Brüdern stets als
zweitrangige Nachfolger gesprochen, wobei Pieter fortwährend eine bessere Qualität
als Jan bescheinigt wird. Während dieser sich, sofern man das von seinem marginal
bekannten Werk behaupten darf, auf Landschaftsdarstellungen mit wenig Personal und
Staffage spezialisierte, folgte Pieter seinem Bruder Philips sowohl in der Auswahl
der Sujets als auch in der Malweise nach. Verwechslungen oder Unsicherheiten in der
Zuschreibung kommen einerseits aufgrund des ähnlichen Monogramms "PW" zustande,
andererseits durch verwandte Darstellungen. In den bislang sicher Pieter Wouwerman
zugeschriebenen Gemälden wirken die Figuren steifer und hölzerner, seine Pferde sind
schwerfälliger, vielfach werden die Szenen in einer sich weit in die Tiefe öffnenden
Landschaft angesiedelt. Ob und inwieweit die Brüder gemeinsam an Bildkompositionen
arbeiteten oder Pieter nach dem Tod seines Bruders bislang fragmentarische Gemälde
durch seinen Pinsel vollendete, ist nicht zu rekonstruieren. So verwundert es nicht,
dass bis heute Unsicherheiten bei Zuschreibungsfragen bestehen.
Bei einem Künstler, der schon zu Lebzeiten hoch geschätzt wurde, sollte man annehmen,
dass aus seiner Werkstatt bedeutende Schüler hervorgingen. Das trifft nun bei Wouwerman
nicht zu. Von den in den Gilderegistern genannten Schülern hat keiner einen ähnlich
nachhaltigen Erfolg wie der Lehrmeister gehabt. Von Nicolas Ficke, Jacob Warnars,
Koort Witholt, Jan Verney, Antonij de Haen oder Hendrick Berckmans sind nur wenige
oder keine Werke bekannt. Houbraken zufolge, und auf dessen Grundlage häufig repetiert,
waren ebenfalls Matthias Scheits, Barend Gael und Emanuel Murant in seiner Werkstatt
tätig, doch gibt es dafür keine überzeugenden Nachweise. |