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Œuvrekataloge
Ein erster kritischer Katalog von Werken Wouwermans wurde 1829-42 durch John
Smith publiziert. In seinem Verzeichnis der bedeutendsten holländischen,
flämischen und französischen Maler wurde das Oeuvre Wouwermans erstmalig in
großem Umfang gewürdigt. Smith präsentierte eine Auswahl der seiner Ansicht
nach wichtigsten Gemälde und machte sie in seiner Zusammenstellung der Forschung
zugänglich. Biographische Angaben des Künstlers finden sich in der vorangestellten
Einführung kaum, jedoch bespricht Smith erstmals die künstlerische Entwicklung
Philips Wouwermans.
Auf Smith basierend gab Cornelis Hofstede de Groot 1908 einen überarbeiteten und
revidierten Werkskatalog heraus, der ca. 1200 Nummern enthält. Hofstede de Groot
ordnete den Bestand der Werke nach Sujets und Aufbewahrungsort. In den einleitenden
Vorbemerkungen, die der systematischen Übersicht der Gemälde vorangehen, skizzierte
er die Biographie Wouwermans und stellte Überlegungen zu dessen stilistischer
Entwicklung an. 2006 erschien schließlich das zweibändige Werkverzeichnis aller
Gemälde Philips Wouwermans von Birgit Schumacher. Darin finden sich eingehende
Informationen zum Leben der Künstlerfamilie Wouwerman nebst einer Analyse ihres
künstlerischen und gesellschaftlichen Umfelds, eine Darstellung der künstlerischen
Entwicklung von Philips Wouwerman und einige grundlegende Überlegungen zur Ikonographie
seiner Werke. Das Werkverzeichnis unterscheidet authentische Gemälde (571 Nummern) von
zweifelhaften Werken (74 Nummern) und abgeschriebenen Arbeiten (183 Nummern).
Schließlich werden die durch (Kriegs-)Verlust verloren gegangenen Gemälde aus
öffentlichen Sammlungen zusammengestellt. Im Tafelband werden die meisten Gemälde
farbig und/oder schwarz/weiß abgebildet, sofern Fotos vorhanden waren.
(siehe hierzu Kathrin Bürger: Rezension zu Birgit Schumacher: Philips Wouwerman
(1619-1668). The Horse Painter of the Golden Age, 2 Bände, Doornspijk 2006. In:
Kunstchronik, Heft 9/10, September/Oktober 2007, S. 442-445.)
Künstlerbiographie
Erste Archivuntersuchungen zur Künstlerfamilie Wouwerman wurden 1870 von Adriaan
van der Willigen publiziert. Durch C. J. Gonnet wurden diese Angaben, die sich in
erster Linie auf Pieter Wouwerman bezogen, 1888 revidiert - jedoch unkorrekt, wie
Cornelis Hofstede de Groot in seinem 1890/91 erschienenen Aufsatz über die Malerfamilie
Wouwerman aufzeigte.
Konkrete Angaben und detaillierte Aussagen zum Leben des Philips Wouwermans finden
sich erstmalig in komprimierter Form in der Einführung des Oeuvrekataloges von Hofstede
de Groot. Trotz der wenig überlieferten Quellen und der spärlich bekannten Nachrichten
versuchte De Groot, einen Lebenslauf Wouwermans nachzuzeichnen.
Eine erneute Sichtung der Quellen und Urkunden wurde erst wieder 1989 durch Birgit
Schumacher vorgenommen. Durch die Kompilation der vorhandenen Quellen, Urkunden und
Schriftstücke, die den Archiven des Rijksbureau voor Kunsthistorische Dokumentatie in
Den Haag und des Haarlemer Gemeentearchief entnommen wurden und durch die Gegenüberstellung
bisher publizierter Lebensdaten und hypothetischer Annahmen des Werdegangs Wouwermans gelang
es Schumacher, Biographie und Spekulation voneinander abzugrenzen.
1993 publizierte Fritz J. Duparc ein Portrait Philips Wouwerman, indem er abermals Urkunden
und Dokumente der Archive auswertete und einige neue Fakten und Sichtweisen präsentierte.
In dem 2006 erschienenen Werkverzeichnis von Birgit Schumacher werden die bisherigen
Untersuchungen geschickt zusammengeführt, jedoch bieten sie keine neuen Erkenntnisse.
Einzeldarstellungen
Schon Arnold Houbraken hatte 1718-21 Wouwermans künstlerische Vorzüge gerühmt; jedoch
läßt sich, angeregt durch den ersten Œuvrekatalog von John Smith, erst in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts ein gesteigertes Interesse an dem Künstler feststellen.
Bis zum letzten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde Wouwerman im kunstkritischen Urteil
nur als Beitrag zur national-holländischen Kunstgeschichte verstanden. Er wurde auf die
Darstellung von Pferden und leichter Landschafts- und Genreszenen reduziert. Das Klischee
des Apfelschimmels als sein Markenzeichen zieht sich fast lückenlos durch die gesamte
Kunsttheorie des 19. und 20. Jahrhunderts. Erst seit den letzten Jahren bemühten sich
die Kunsttheoretiker um ein revidiertes Werturteil und eine Neubewertung Wouwermans
für die Kunst des 17. Jahrhunderts. Die bisherige einseitige Bedeutung als Landschafts-
und Genremaler mit dem Schwerpunkt der Pferdedarstellung verliert angesichts der Themenvielfalt
an Gewicht. Zudem wird sein Einfluß auf die Maler seiner Zeit sowie seine Einwirkung auf
Künstler und Sammler des 18. und 19. Jahrhunderts näher untersucht. 2009 wird das Werk
Wouwermans erstmalig in einer Einzelausstellung vorgestellt.
Dieser Forschungsüberblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die besprochenen Publikationen finden sich als ausführliche Literaturangaben unter dem Stichwort: Bibliographie
Für weitere Informationen: Kontakt
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